Nächstes Netzwerktreffen
01. Oktober 2026, 19 Uhr
Ort auf Anfrage
Petition & Offener Brief zum kommunalen Ordnungsdienst
Die Stadt Itzehoe plant die Einführung eines kommunalen Ordnungsdienstes mit polizeiähnlichen Befugnissen. Ein solcher Dienst birgt neben hohen Kosten vor allem die Gefahr von Verdrängung und Stigmatisierung von Menschen in unserer Stadt.
In einem offenen Brief und einer Petition adressieren wir alle an dieser Entscheidung beteiligten Personen den KOD zu stoppen.
Sicherheit entsteht durch soziale Teilhabe, nicht durch Uniformen.
Wer wir sind und wofür wir einstehen
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Demonstration am 26.04.2025 in Itzehoe
>> Warum wir als Netzwerk gegen Rechts auf die Straße gegangen sind <<
>> Warum gab es zwei Demos in Itzehoe? <<

Warum wir als Netzwerk gegen Rechts auf die Straße gegangen sind
Hinter der selbsternannten Bewegung „Großdemo für Deutschland“ verbirgt sich ein gefährlicher Zusammenschluss aus Rechten, Rechtsextremen, Querdenker:innen, Verschwörungsideolog:innen und Neonazis. Die Bilder der Demonstrationen vom 23. März im gesamten Bundesgebiet haben deutlich gezeigt: Diese Aufmärsche sind kein „Protest der Mitte“, sondern eine Bühne für rechte Hetze und autoritäre Fantasien.
Doch was eint diese Gruppen?
Sie geben sich als parteifreie, rechte Protestbewegung, stehen aber in den meisten Fällen der AfD, teils sogar Neonazi-Parteien wie dem Dritten Weg, nahe. Während einige auf eine Kooperation zwischen AfD und CDU hoffen, träumen andere von der kompletten Abschaffung des Parteiensystems. Sie nutzen gängige Verschwörungserzählungen von „gleichgeschalteten Medien“ und verharmlosen das NS-Regime. Sie grenzen Migrant:innen aus und befeuern Nationalismus und Rassismus, indem sie von „ungesteuerter Migration“ sprechen.
Doch diese Aufmärsche sind kein isoliertes Problem. Sie sind Ausdruck eines gesamten gesellschaftlichen Rechtsrucks, der sich längst nicht mehr nur in den extremen Rändern zeigt:
Die AfD radikalisiert sich weiter, spricht offen von „Remigration“ – und gewinnt gleichzeitig an Wählerstimmen.
Die Brandmauer zwischen CDU und AfD ist durchbrochen – spätestens seit den Abstimmungen im Januar.
SPD und CDU fordern gemeinsam härtere Abschiebungen und machen sich so zum Steigbügelhalter rechter Politik.
Das lassen wir nicht unwidersprochen! Wir stellen uns nicht nur gegen die rechte Bewegung auf der Straße, sondern auch gegen den schleichenden Rechtsruck in der Politik!
Wir kämpfen für eine Gesellschaft, in der alle Menschen frei und sicher leben können:
- Für Solidarität – eine Gesellschaft, in der alle in Würde leben können.
- Für Freiheit – in der Menschen selbstbestimmt leben dürfen, ohne Angst vor Repression.
- Für Sicherheit – in der Frauen, Mitglieder der LGBTQIA+ Community und Menschen mit Migrationshintergrund nicht um ihr Leben fürchten müssen
- Für Gleichberechtigung – in der Frauen, Mitglieder der LGBTQIA+ Community und Menschen mit Migrationshintergrund endlich echte Gerechtigkeit erfahren.
- Für eine Welt ohne Rassismus und Antisemitismus!
Warum gab es zwei Demos am 26.04.2025 in Itzehoe?
Am 26. April fand eine rechte Demonstration in Itzehoe unter dem Titel „Gemeinsam für Deutschland“ statt. Hinter den „Großdemo(s) für Deutschland“ verbergen sich Veranstaltungen aus der rechten Querdenker-Szene. Um diese Demonstration nicht unkommentiert zu lassen, hatten sich zwei Gegendemonstrationen angekündigt:
Unsere vom Netzwerk gegen Rechts
„Gemeinsam für eine solidarische Gesellschaft – gegen Faschismus, Querdenken und Rechtsruck“
(13:30 Uhr, Wochenmarktparkplatz)
Sowie die von IZ-Demokratisch – in der auch die SPD und die GRÜNEN aktiv sind:
„Demonstration für Demokratie, Vielfalt und Menschlichkeit – gegen Ausgrenzung, Hass und Hetze.“
(12:30 Uhr, Meiereiparkplatz)
„Wieso gab es zwei Demonstrationen?“
Wir arbeiten bei Demonstrationen nicht mit Parteien zusammen. Wir können es mit unserem Gewissen nicht vereinbaren gemeinsam mit den GRÜNEN und der SPD gegen eine Rechte Querdenken-Bewegung zu demonstrieren.
Unter der Ampelkoalition sind weitrechende asyl- und migrationspolitische Verschärfungen beschlossen worden. Wir reden von Abschiebungen nach Afghanistan, die Verabschiedung des Gemeinsamen Europäischen Asylsystem (GEAS) – wir reden also von Abschiebungen in ein Krisengebiet und eine Asylrechtsreform, die Kinder unter haftähnlichen Bedingungen unterbringt. Wir reden von Bezahlkarten für Asylsuchende und Rückführungsabkommen für Geflüchtete mit Ländern, in denen es Zweifel an der Einhaltung der Menschenrechte gibt. All diese Aspekte werden durch die zukünftige Regierung aus CDU und SPD nicht besser, im Gegenteil.
Schwächt das nicht den Protest gegen die Verschwörungsideolog:innen und Rechtsextremen?
Es ist wichtig, dass so viele Menschen gegen Rechtsextreme auf die Straße gehen und ihren Protest kundtun. Wir sind auch absolut davon überzeugt, dass jede Organisation von IZ Demokratisch, die SPD und die GRÜNEN mit tiefster Überzeugung gegen Rechtsextreme auf die Straße gehen. In der Sache sind wir uns einig und es ist gut, wenn wir in der gesamten Summe deutlich mehr sind, als es „Gemeinsam für Deutschland“ sein wird! Aber unser Protest hört bei den „extremsten“ Formen des Hasses, Ausgrenzung und Hetze nicht auf. Es ist noch nicht die AfD, die Asylgesetze verschärft oder nach Afghanistan abschiebt – das war die Ampelkoalition und wird die CDU/SPD-Koalition in der Zukunft sein.
Die Strategie der Parteien und die AfD
Die Strategie von CDU bis GRÜNE, die Stoßrichtung der Forderungen der AfD zu übernehmen, also eine
Verschärfung der Asylpolitik zur Steuerung der „illegalen Migration“, um so Wähler:innen zurückzugewinnen, geht nicht auf. Dadurch werden die Positionen der AfD nur gesellschaftlich legitimiert. Alle Parteien, die das versuchen, verlieren an Wähler:innenstimmen, während die AfD zugewinnt.
Es gibt eine Vielzahl an Studien, die aufzeigen, dass es einen Zusammenhang zwischen Einkommen, sozialen Umständen und Angst vor sozialem Abstieg gibt. Eine andere Sozialpolitik ist notwendig, um der AfD den Boden ihres Erfolgs zu nehmen und nicht die moderatere Übernahme ihrer Forderungen.
Wir hoffen, dass es an der Itzehoer und Steinburger Basis der SPD und GRÜNEN Mitglieder gibt, die unsere Inhalte teilen und sich kritisch mit ihrer Partei auseinandersetzen. Wir hoffen, dass unsere Kritik und Abgrenzung innerhalb der Parteien zu einem Diskurs führen. Das Netzwerk gegen Rechts steht allen Menschen offen, die unsere Inhalte teilen.